Hamburger Abendblatt, Norderstedt:

Das Amateur-Orchester Symphonisches Blasorchester Norderstedt und das Profi-Ensemble der Hamburger Kammersolisten brachten mehr als 1300 Zuhörer in der „TriBühne“ und im Kulturwerk in Silvesterstimmung.

Sopranistin Ilona Nymoen und Tenor Karl Schneider begeisterten das Publikum im Kulturwerk in Norderstedt mit dramatisch gesungenen Arien und Duetten Norderstedt. Irgendwie haben die Amateur-Musiker des Symphonischen Blasorchesters Norderstedt (SBN) und des Profi-Orchesters Hamburger Kammersolisten einen imaginären Draht zueinander, denn in schöner Regelmäßigkeit spielen sie alle Jahre wieder die gleichen Stücke auf ihren Silvesterkonzerten in der „TriBühne“ und im Kulturwerk in Norderstedt.

Diesmal waren es, vom üblichen Silvester-Kracher Radetzky-Marsch abgesehen, Stücke aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. Mit dem Einzugsmarsch aus der Strauß-Operette brachten die Hamburger Kammersolisten ihr Publikum im Kulturwerk in Norderstedt in Silvesterlaune. Star des Abends war Sopranistin Ilona Nymoen. Sie sang beispielsweise die Arie „So elend und so treu“ der Saffí aus dem Zigeunerbaron mit derart viel Dramatik in ihrer vollen, warm timbrierten Stimme, dass ihr der Jubel gewiss war.

Ohnehin hatte das Orchester unter der Leitung von Geiger Stefan Czermak diesmal mit Nymoen eine souveräne Sängerin mit Charisma mitgebracht. Nymoen, im dramatischen Fach zuhause, bringt auch mühelos die Sopranspitzen, ohne schrill zu werden, und hat stets die Kontrolle über ihre umfangreiche Stimme.

Sie war eine herzliche Micaela in Georges Bizets Oper Carmen, eine auftrumpfende Aida in Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper, forderte als Hanna im Vilja-Lied von Franz Lehár das Publikum zum Mitsummen auf und verstand sich bestens im Duett mit Karl Schneider, der bravouröse Tenor-Partien ablieferte.